Issues Management
    
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Eine weitere für Issues Management wesentliche Rahmenbedingung ist die Öffentlichkeit, das Kommunikationssystem der Gesellschaft. Diese hat sich in den modernen Industrienationen mittlerweile zur Mediengesellschaft gewandelt. Die steigende Arbeitsteilung und soziale Differenzierung haben dort die Kommunikation zum strategischen System werden lassen, das die gesellschaftlichen Subsysteme zusammenhält. Man kann formulieren, daß Spezialisierung, Arbeitsteilung und globale Vernetzung und damit Betroffenheit von einer wachsenden Zahl von Handlungen oder Entscheidungen, wie sie oben mit dem Begriff Komplexität und Dynamik des Unternehmensumfeldes charakterisiert wurde, nicht nur im Wirtschaftssystem vorangeschritten sind, sondern in allen Gesellschaftssystemen. Das führt auf der Kehrseite zur steigenden Notwendigkeit der Integration der einzelnen Handlungen zur Erreichung des jeweiligen Systemziels, also etwa wirtschaftliche Wohlfahrt, Aufrechterhaltung einer politischen Ordnung, sozialer Friede etc.. Diese Integration leistet wiederum das Kommunikationssystem. Dieses wird in der skizzierten Entwicklung zunehmend beansprucht.

Öffentlichkeit ist nun nicht mehr durch direkten Kontakt auf  Versammlungen und Plätzen herstellbar, sondern geschieht durch Vermittlung der Medien. Aussagen, die hier verbreitet werden, gelten als allgemein rezipiert. „Mithin ist Öffentlichkeit die jeweils unterstellbare Verbreitung und Akzeptanz von Kommunikationsangeboten, [..]“ (MERTEN / WESTERBARKEY  1994, S. 198) Die so als akzeptiert unterstellten Themen werden als öffentliche Meinung wahrgenommen.

Der einzelne kann nicht die ganze Wirklichkeit wahrnehmen und erklären, sondern nimmt selektiv war und konstruiert daraus ein subjektives Realitätsmodell. Diese Vorstellungen über die Wirklichkeit prüft das Individuum an der Einstellung der anderen, der Öffentlichkeit. Das Denken der anderen dient ihm mangels empirischer Überprüfbarkeit als Wahrheitskriterium. Damit wird die Bedeutung der Mediengesellschaft deutlich: „Mediengesellschaft ist dadurch definiert, daß der mögliche Zugriff auf Realität tendenziell immer mehr abnimmt und das dadurch entstehende Defizit durch das wirklichkeitskonstruierende Informationsangebot der Medien laufend kompensiert und substituiert wird. Damit unauflösbar verbunden ist eine Zunahme von Fiktionalität, die gleichwohl in die Definition von Realität hineinwirkt und somit auch massiv faktisch wirksam wird.“ (MERTEN 2001, S. 43) In modernen Gesellschaften kommt den Medien daher eine strategische Rolle als Anbieter von nicht mehr hinterfragbaren Wirklichkeitsentwürfen zu. Diese Thematisierungsfunktion der Medien, das sogenannte agenda-setting, erfüllt die Funktion von Komplexitätsreduktion. Zwischen Ereignissen und Fakten wird eine Verbindung hergestellt und damit ein größerer Zusammenhang hergestellt, der den einzelnen Elementen eine Bedeutung zuweist.
Die Mediengesellschaft hat für Unternehmen den Effekt, daß die Kommunikation mit steigender Bedeutung zum Erfolgsfaktor wird. Welche Deutungsmuster setzen sich auf dem Meinungsmarkt durch? Ob und wie das Unternehmen in der öffentlichen Meinung dasteht, ist entscheidend. Die Erhebung und Beeinflussung der öffentlichen Meinung, also das Issues Management, wie unten noch genauer dargestellt, dient deshalb dem Unternehmenserfolg.

 



 

 Copyright Dirk Fischer